Wie
erklärt man Sucht und Abhängigkeit?
Abhängigkeit
und psychische Störung
Bei jedem
Abhängigen ist immer auch die Suche nach möglichen Ursachen eine diagnostische
Notwendigkeit. Es ist bekannt, dass einem großen Teil der Abhängigkeitserkrankungen
eine psychische Störung zugrunde liegt, die dem Laien und sogar dem Betroffenen
selbst verborgen sein kann. Man spricht dann von einer symptomatischen
oder sekundären Abhängigkeit.
Die häufigste
psychische Grunderkrankung in diesem Zusammenhang ist die Depression,
die auch in Phasen auftreten und somit einen phasenhaften Verlauf der Abhängigkeit
oder des Missbrauchs bedingen kann. Abstinente Perioden wechseln mit Rückfällen.
Eine weitere
oft zu beobachtende Grunderkrankung sind Angststörungen. Alkohol und
gewisse Medikamentengruppen gelten als wirksame angstlösende Mittel. Grundsätzlich
kann jede psychische Erkrankung ursächlich oder als Folge einer Abhängigkeit
auftreten. Auch chronische Schmerzerkrankungen, wie Migräne oder Menstruationsbeschwerden
können zu Substanzmissbrauch- und Abhängigkeit führen. Das Suchtmittel ist
beim symptomatischen oder sekundären Missbrauch als "Medikament" zu verstehen,
das vom Erkrankten gezielt zur Unterdrückung seiner Beschwerden eingesetzt
wird. Um die Wirkung des Suchtmittels zu gewährleisten, ist er zumeist genötigt,
die Dosis aufgrund der Toleranzsteigerung (siehe: "Was ist Abhängigkeit")
kontinuierlich zu anzuheben.