Was ist eine Generalisierte
Angststörung (GAS)?
Sorgen sind etwas Alltägliches.
So macht man sich Sorgen, wenn eine nahestehende Person (Partner, Kind) zur
erwarteten Zeit nicht nach Hause kommt. Ein anderes Beispiel wären Sorgen
aufgrund unerklärlicher körperlicher Beschwerden. In den meisten Fällen klären
sich die Sorgen rasch von alleine auf (z.B. kommt der Verspätete unversehrt
nach Hause) oder man kann etwas zur Bewältigung der Sorgen unternehmen (z.B.
eine medizinische Untersuchung der körperlichen Beschwerden). Wenn die Sorgen
und Ängste jedoch im Leben eines Menschen überhand nehmen, als nicht mehr
kontrollierbar erlebt werden und über einen längeren Zeitraum hinweg den Alltag
beeinträchtigen, kann es sich um eine Generalisierte Angsterkrankung handeln..
Im Zentrum der Generalisierten
Angsterkrankung stehen häufige, langandauernde Sorgen und Ängste über belastende
Situationen oder Ereignisse in der Gegenwart oder nahen Zukunft.
Die Inhalte der Sorgen betreffen dabei v.a. die Bereiche Familie/Partnerschaft, zwischenmenschliche
Kontakte, Arbeit/Leistung, Finanzen und Gesundheit. Außerdem machen sich Menschen
mit generalisierter Angst in beträchtlichem Ausmaß auch über alltägliche Angelegenheiten
Gedanken. Der Begriff "generalisiert" bezieht sich darauf, dass die Ängste
und Sorgen in vielen Situationen auftreten können und verschiedene Bereiche
betreffen.
Beispiele für Sorgen:
"Mein Ehemann könnte einen Unfall haben!"
"Ich kann mich in Gesprächen nicht richtig ausdrücken!"
"Ich könnte etwas im Beruf etwas falsch machen!"
"Ich selbst oder ein Familienangehöriger könnte schwer erkranken!"
"Das Geld wird für die Kinder und ihre Zukunft nicht reichen!"
"Ich könnte den Bus verpassen und dann zu spät kommen!"
Die Sorgen treten v.a.
abends oder frühmorgens auf und können stundenlang andauern. Die betroffenen
Personen spielen dabei ihre Sorgen und Probleme in Form von Katastrophenszenarios immer wieder gedanklich durch, ohne zu einer Lösung zu kommen. Die Sorgen
sind im Kern durchaus realistisch (z.B. ist es möglich, dass jemand verunglückt,
erkrankt, etc.). Personen mit generalisierter Angst erleben ihre Sorgen jedoch
als überaus bedrohlich und nur schwer kontrollierbar (im Sinne von
abschalten, beenden).
Beispiel Herr P:.
Der 42jährige Verwaltungsangestellte Herr P. klagt über Ängste, Schlafstörungen, Nervosität und Anspannung. Er berichtet, dass er sich große Sorgen darüber mache, mit den wachsenden Anforderungen im Beruf nicht mehr zurechtzukommen. Weiterhin bereitet ihm die Verschuldung wegen eines Hausbaus Sorgen. Seine Ängste treten v.a. abends auf. Er wandert stundenlang in der Wohnung umher und schafft es nicht, sich zu beruhigen. Herr P. beschreibt sich als generell ängstlichen Menschen. Vor allen neuen oder ungewohnten Situationen (z.B. Urlaubsreisen, Geburtstagfeiern) könne er nächtelang vor Angst und Sorgen nicht richtig schlafen.
Beispiel Frau R.
Die 32jährige Frau R. hat einen 18 Monate alten Sohn. Sie hat große Angst davor, dass ihrem Kind etwas zustoßen könne. Deshalb kann sie es nur schwer ertragen, das Kind zu der Tagesmutter zu geben. Alltägliche Entscheidungen, wie z.B. die Anmeldung für einen Kindergartenplatz fallen ihr sehr schwer. Auch der anstehende stundenweise Einstieg in ihren Beruf als Lehrerin bereitet ihr Sorgen. Sie leidet bereits seit einiger Zeit unter Magenbeschwerden. Außerdem hat sie oft Spannungskopf schmerzen.