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Probleme im Alter
Was ist das Alter?
Altern ist ein Prozeß, der sowohl biologisch/körperliche, soziale, psychologische aber auch umweltabhängige Faktoren betrifft. Die geistigen Leistungen verändern sich im höheren Lebensalter sehr unterschiedlich, sind aber keinem generellen Altersabbau unterworfen. Unter "flüssige (fluide)" Intelligenzleistungen faßt man alle jene Funktionen zusammen, welche im Alter einem zwar individuell unterschiedlichen aber doch stetigen Abbauprozeß unterliegen. Hierzu gehören die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitug, das Neulernen, die Fähigkeit zur raschen Problemlösung und verschiedenste andere Leistungen, die mit diesen Grundfunktionen in Verbindung stehen. "Kristalline (power)" Leistungen sind hingegen stärker bildungs-, erfahrungs- und übungsabhängig und können bis ins hohe Lebensalter stabil bleiben oder durch Übung auch gesteigert werden.
Um körperlich und geistig fit zu altern bzw. leichte Defizite auszugleichen sollten Sie folgende Aspekte beachten:
Bereiten sie sich
psychisch auf Ihr Alter vor. Man ist immer so alt wie man sich fühlt.
Ernähren Sie sich
möglichst gesund und halten Sie sich körperlich fit. Suchen Sie bei
Beschwerden rechtzeitig ihren Hausarzt auf. Bei beginnenden Abbauerscheinungen
(Demenz) kann eine rechtzeitige medikamentöse Therapie eine deutliche Besserung
und Stabilisierung bewirken.
Trainieren sie regelmäßig
ihren "Geist". Nicht nur mit Übungen, sondern auch im
Alltag. Lassen Sie Gedächtnisprobleme rechtzeitig durch einen psychologischen Test
abklären.
Knüpfen und erhalten
Sie soziale Kontakte.
Bereiten Sie sich
auch in Ihrer Wohnung rechtzeitig auf das Altern durch Hilfsmittel
(z.B. Dusche statt Badewanne) vor.
Psychische Probleme im Alter
Obwohl das Alter nicht generell mit einem Abbau der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit gleichgesetzt werden kann, kann die Tatsache des Ansteigens von seelischen Erkrankungen im höheren Lebensalter nicht geleugnet werden. Die wichtigsten Probleme stellen hierbei dementielle Erkrankungen, Depressionen sowie "neurotische" Störungen (Ängste, Belastungsreaktionen, Anpassungsstörungen etc.) dar.
Demenz
Unter einer Demenz versteht man einen geistigen Abbauprozeß bei dem einerseits die Gedächtnisleistungen und zusätzlich noch andere kognitive Funktionen (Konzentration, logisches Denken, Sprache, Persönlichkeit,...) betroffen sind. Um von einer Demenz zu sprechen muß diese aber die Lebensführung des Betroffenen maßgeblich beeinträchtigen. Sind nur die Gedächtnisleistungen betroffen spricht man von einer leichten kognitiven Beeinträchtigung die oft altersbedingt ist. Die Hauptursachen einer Demenz sind
Die Alzheimersche
Krankheit (etwa 50-60% Demenzen)
Vaskuläre Störungen
(20%)
sowie sonstige Hirnerkrankungen
Die Diagnose erfolgt aufgrund einer ausführlichen medizinischen und psychologischen Untersuchung. Diese wird oft in sogenannten Gedächtnissprechstunden oder Memory-Kliniken durchgeführt.
Alzheimersche Krankheit
Bei dieser von Alois Alzheimer entdeckten Krankheit gehen Nervenzellen zugrunde. Die Ursache ist noch nicht geklärt. Die Häufigkeit dieser Erkrankung steigt mit dem Alter an. Bei jüngeren Personen spielen auch genetische Faktoren eine Rolle.
Vaskuläre Demenzen
Bei dieser Form der Demenz spielt die Durchblutung des Gehirns eine wesentliche Rolle, Im Gegensatz zur Alzheimerschen Erkrankung sind die Ursachen weitgehend bekannt. Als Hauptfaktoren werden Übergewicht, erhöhte Blutfette, hoher Blutdruck, Diabetes und Rauchen angesehen. Insofern sind bei dieser Krankheit präventive Maßnahmen im Sinne einer gesunden Lebensführung wsentlich.
Sonstige Hirnerkrankungen
An weiteren Ursachen für eine Demenz sind verschiedenste Krankheiten wie etwa Parkinson, infektiöse Erkrankungen, giftige Substanzen (Alkohol, Drogen) aber auch Tumoren und Gehirnverletzungen nach Unfällen zu nennen.
Therapie der Demenzen
Die Therapie der Demenz erfolgt derzeit auf vier Ebenen:
Der Behandlung der
organischen Grundlage (Medikamente: Antidementiva,
Blutdruckmedikamene,...)
Psychologischen
und psychotherapeutischen Maßnahmen (kognitives Training,
Bearbeitung von Ängsten, Depressionen, etc
Psychosozialen Maßnahmen
(Angehörigenbetreuung, Schulungen der Angehörigen
und des professionellen Helfer)
Milieutherapeutischen
Maßnahmen (Gestaltung der Umwelt, Orientierungshilfen,
sonstige Hilfsmaßnahmen)
Mittels dieser kombinierten Therapie ist es möglich, den Krankheitsverlauf zumindest zu verzögern und eine Verbesserung der Lebensqualität zu erzielen.
Depression
Depressionen stellen die zweit häufigste psychische Erkrankung älterer Menschen dar. Im Gegensatz jedoch zu einer Depression bei jüngeren Menschen sind die Symptome nicht so ausgeprägt bzw. können sie leicht mit einer körperlichen Erkrankung oder einer Demenz verwechselt werden (siehe auch die Seiten zur Depression). Insofern ist auch hier eine genaue diagnostische Abklärung ein wesentlicher Bestandteil für eine adäquate Therapie.
Die Hauptsymtome einer Depression im Alter sind
Gedrückte Stimmung
Negatives Selbstbild
Verminderter Antrieb
Lebensunlust
Schlafstörungen
(übermäßig oder Schlaflosigkeit)
Diffuse Schmerzen
Appetitlosigkeit
Schmerzen unklarer
Genese
Verminderte geistige
Leistungsfähigkeit (Konzentration, Gedächtnis)
Als wesentliche Ursachen werden Vereinsamung, chronische organische Erkrankungen, Veränderungen bei den Neurotransmittern (Serotoninmangel), Schmerzen und die negative Bewältigung des Alterungsprozesses diskutiert. Ältere Menschen weisen eine erhöhte Selbstmordgefährdung auf, wobei Männer über 80 Jahre eine besonders hohe Selbstmordrate aufweisen.
Die Therapie der Depression basiert einerseits auf der medikamentösen Behandlung mittels Antidepressiva, wobei hier sogenannte Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRI) die Mittel der ersten Wahl sind. Auch Johanniskrautderivate zeigen eine gute Wirksamkeit. Alte trizyklische Antidepressiva werden beim älteren Menschen wegen des größeren Nebenwirkungsspektrums seltener eingesetzt.
Psychotherapeutische Maßnahmen (vor allem Verhaltenstherapie) basieren primär auf dem Aufbau von Aktivitäten, dem Verändern des negativen Denkens, einem Wahrnehmungstraining und dem Förden sozialer Kontakte. Ergänzt werden diese zwei Hauptbehandlungsansätze durch soziotherapeutische und milieutherapeutische Maßnahmen. Im Bereich der Milieutherapie sind vor allem Lichttherapie und Tiertherapie wesentliche Elemente.
Neurotische Störungen
Dieses Störungsbild umfaßt viele Bereiche wie Ängstlichkeit, körperliche Beschwerden ohne organische Grundlagen, Persönlichkeitsauffälligkeiten etc. Grundlage sind meist aktuelle belastende Lebensereignisse bzw. vergangene negative Erfahrungen die die positive Bewältigung des Alterungsprozesses erschweren. Therapeutisch ist hier deshalb nach einer organisch-medizinischen Abklärung der Problematik Psychotherapie indiziert. Diese orientiert sich dabei am Aufarbeiten der Problemsituationen und dem Einüben neuer Bewältigungsmechanismen.
Sonstige psychiatrische Erkrankungen
Die häufigsten sonstigen psychiatrischen Erkrankungen können auf eine Veränderung der Hirnleistungen oder die pathologische Verarbeitung von Veränderungen und Krankheiten die sich im höheren Lebensalter ergeben zurückgeführt werden. So treten Wahnkrankheiten vermehrt bei Personen mit verminderter Hör- bzw. Sehleistung auf. Schizophrene Störungen hingegen sind als Neuerkrankung im Alter eher selten. Zwangskrankheiten und aggressive Verhaltensweisen stellen oft eine Verschärfung des Grundcharakters im Rahmen von Abbauprozessen dar. Ähnlich verhält es sich mit Verwahrlosung. Die medikamentöse Therapie erfolgt durch die Behandlung der Grundkrankheit bzw. eine leichte medikamentöse Behandlung mittels atypischer Neuroleptika. Diese neue Gruppe von Psychopharmaka ist wesentlich nebenwirkungsärmer als alte Substanzen. Ergänzend sollten psychotherapeutische und sozialtherapeutische Maßnahmen durchgeführt werden.
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