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Fortsetzung Beispiel Frau A. Wie sah die verhaltens-therapeutische Behand-lung der Depression bei der auf den vorhergehdnen Seiten dargestellten Frau A. aus? Ausgehend von einer genauen Diagnostik und Aufbau einer guten Arbeitsbeziehung wurde als erster Schritt mit Frau A. ein der Realität angemessener Tagesab-lauf geplant um der destruktiven "Spiralent-wicklung" ihrer eigenen Überforderung entgegenzu-wirken. Diese Tagesstruk-tur beinhaltete nicht nur Arbeit und Leistungen, sondern auch wieder ange-nehme Tätigkeiten, die sie sich in der Folge wieder wert sein konnte, ohne vorher stets perönliche "Rekorde" erzielt zu haben. Eng damit verbun-den war das Hinterfragen und Verändern ihrer Über-zeugungen in Richtung eines konstruktiveren Stils der Selbstbewertung. So bestand eine Aufgabe von Faru A. darin, Attribute an sich zu finden, die sie - ohne an Leitungen gebun-den zu sein - an sich mag. Eine weitere Übung, Lebensereignisse zu benennen, auf die sie stolz sein kann, spiegelte Frau A. wider, dass sie im Vergleich zu anderen durchaus etwas geschafft habe und somit ihre ganze Lebensqualität nicht nur aus neuen Herausforde-rungen schöpfen müsse. Auch die oft vermisste lobende Haltung der Eltern begann Frau A. als Tat-sache anzusehen, an der sie heute nichts mehr ändern könne. Dadurch, dass sie sich nun aber mehr auf ihr eigenes Bewerten verlassen kon-nte, reduzierte sich die Wichtigkeit der Anerken-nung durch andere auf ein realistisches Ausmaß. Um auch künftig Überforde-rungssituationen verhin-dern zu können, war es für Frau A. besonders wichtig, ihre eigenen Grenzen besser erkennen zu kön-nen und im zweiten Schritt zu lernen, diese Grenzen zu "verteidigen", indem sie zu bestimmten Anforde-rungen bewusst nein sagte. Im Verlauf der Behandlung wurden die Termine immer weit-maschiger (wöchentlich - 14-tägig - monatlich) ange-legt. Frau A. gelang es aber sehr gut, die Aufga-ben und Schwerpunkte, die sie bis zur nächsten Therapiestunde berück-sichtigen sollte, eigen-verantwortlich umzuset-zen. |
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Wie kann eine Depression behandelt werden?
Die in der Therapie von Depressionen hauptsächlich angewandten Therapieansätze sind die Psychotherapie (in diesem Zusammenhang die kognitive Verhaltenstherapie) und die medikamentöse Behandlung (siehe die folgenden Tabellen).
Behandlungsansätze bei Depressionen
| Kognitive Verhaltenstherapie | Pharmakotherapie |
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(leicht, mittelschwer)
körperlichen und anderen psychischen Störungen
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| Physikalische Therapie | Psychosoziale Therapie | Internistische Therapie |
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(10 000 Lux)
gigen Depressiven
mit deutlich zirka- dianer Rhythmik
(leicht, mittelschwer)
körperlichen Er- krankungen |
Ergänzungen bei Therapie von:
Episoden,
störungen
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modifiziert nach Hautzinger (1998)
Aus welchen Elementen besteht eine kognitive Verhaltenstherapie bei Depressionen?
Unter dem Begriff "Kognitive Verhaltenstherapie" ist ein problemorientierter, strukturierter Behandlungsansatz zu verstehen, der bezogen auf die Depression folgende Schwerpunkte beinhaltet:
Diagnostik, Aufbau
einer therapeutischen Beziehung
Parallel zur Eingangsdiagnostik ist der Aufbau einer tragfähigen Arbeitsbeziehung die Basis der Therapie. Ausgehend von der jeweiligen Problemlage werden mit dem Patienten gemeinsam Therapieziele erarbeitet, wobei die Therapieinhalte individuell angepasst werden nach dem Motto: So viele Patienten - so viele Therapien! Großer Wert wird auch auf den Aspekt der Transparenz gelegt, d.h. auf die Vermittlung des zugrunde liegenden therapeutischen Modells sowie auf das gemeinsame Herausarbeiten von Gedanken, Gefühlen und entsprechenden Verhaltensweisen anhand der Erlebnisse des Patienten. In Form von "Hausaufgaben" setzt der Patient diese Inhalte der jeweiligen Therapiestunde in seiner realen Situation um. So werden möglichst bald durch diese Übungen dem Patienten kleine Erfolge vermittelt, die seiner Hoffnungslosigkeit entgegenwirken und damit auch die Therapie- und Veränderungsmotivation erhöhen (Therapie der kleinen Schritte).
Aktivitätsaufbau
Nachdem als Folge der depressiven Entwicklung zumeist ein sehr reduziertes Feld an Aktivitäten besteht, wird schrittweise versucht, von den zur Zeit vorliegenden Tagesverläufen des Patienten ausgehend, die Aktivitäten langsam zu erhöhen, realistische Standards zu setzen und somit wieder einen größeren Bewegungsradius verbunden mit dem Gefühl, wieder effektiver zu werden, zu erlangen. Als Motto gilt hier. "Nichts ist so erfolgreich wie der Erfolg!"
Genusstraining
In diesem Therapieelement soll der Patient wieder erlernen, seine Sinne bewusster wahrzunehmen. Das Ziel besteht darin, dass auch positive Kleinigkeiten des Alltags über Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen angenehm erlebt werden und somit mehr Lebensqualität aufgebaut werden kann.
"Kognitive
Techniken"
Ein zentraler Motor in der Aufrechterhaltung von Depressionen sind die verzerrten Wahrnehmungs- und Denkmuster. Diese sog. "Kognitionen" sollen in der Therapie verändert werden. Kognitionsverändernde Behandlungsschritte bei diesen problematischen und krankheitsfördernden Mustern sind die Überprüfung der mangelhaften Logik, sowie die Analyse negativer Kognitionen, weiters die Suche nach aktuellen, emotional positiv besetzten Erfahrungen sowie die generelle Stärkung des Selbstwertgefühls.
Optimierung sozialer
Fertigkeiten
Nachdem Kommunikationsdefizite sowohl eine Ursache als auch eine Folge der depressiven Erkrankung darstellen, ist die Förderung der Beziehungsfähigkeit ein besonders wichtiges Element in der Behandlung. Zielbereiche sind:
Auf- und Ausbau
der Fähigkeit, soziale Kontakte selbständig zu initiieren und
aufrecht zu erhalten.
Erkennen und Äußern-Können
persönlicher Wünsche, Forderungen und Bedürfnisse.
Ziehen von Grenzen
gegenüber Forderungen, denen der Patient nicht nachkommen
will.
Wahrnehmung und
Ausdruck des gesamten eigenen Gefühlsspektrums.
Rückschrittsprophylaxe
Im Verlauf der kognitiven Verhaltenstherapie soll der Patient lernen, selbständig mit künftigen Beschwerden und Problemsituationen in der Form umzugehen, dass es zu keinen größeren Rückschritten oder Rückfällen kommt. Er wird angeleitet, das bisher Gelernte bei Bedarf jederzeit auf neue schwierige Situationen einzusetzen. Gegen Therapieende werden mögliche schwierige Situationen, die auf den Patienten zukommen könnten, analysiert und deren Bewältigungsstrategie durchgesprochen, so dass es ihm auch nach der Therapie gelingt, das Erreichte beizubehalten und weiter auszubauen, also sein eigener Therapeut zu werden.