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Beispiel Frau G. mit einfacher Migräne

Frau G., 39 Jahre alt, Hausfrau, Mutter von 2 Kindern, leidet seit etwa 15 Jahren unter schweren Migräneanfällen, die meist von Übelkeit und Erbre-chen begleitet werden. Die Attacken treten häufig vor oder während der Regel-blutung und darüber hinaus vorzugsweise an den Wochenenden auf. Frau G. lebt in ständiger Angst vor dem nächsten Anfall. "Manchmal fühle ich mich am Tag davor schon sehr nervös und aufgedreht. Dann gehe ich bereits in Panikstimmung ins Bett und wache auch prompt nachts oder früh-morgens mit einem dump-fen Schmerz über dem linken Auge auf. Obwohl ich schon lange damit zu tun habe und eigentlich genau weiß, wie es weiter-geht, hoffe ich jedes Mal, dass der Schmerz von allein wieder nachlässt. Aber das tut er nicht. Spätestens gegen Mittag ist er schon zu stark, dass ich das Gefühl habe, meine ganze linke Kopf-hälfte dröhnt und pocht. Ich kann nicht mehr klar denken, kein Licht, keinen Lärm und keine Gerüche mehr ertragen, vor allem nicht den Geruch von Kaffee und Zigaretten, und muss mich in der Regel ins Bett legen. Wenn ich Glück habe, komme ich mit einem Eisbeutel auf der Stirn aus, und am nächsten Morgen geht es mir wieder besser. Aber das ist eher selten. Meistens ist mir sehr übel, manchmal muss ich sogar erbrechen, was die Kopfschmerzen noch verstärkt. Dann bin ich für volle 2 Tage außer Gefecht gesetzt." (Ratgeber Gesundheit, Berlin 1993)

 

 

 

Institut

 

Woran erkennt man Migräne?

Die moderne Medizin kennt mittlerweile über 160 verschiedene Kopfschmerzformen. 40 % bis 70 % der Menschen leiden zumindest zeitweise unter Kopfschmerzen. Die häufigsten Formen sind der Spannungskopfschmerz (53,6 %) und die Migräne (38,4 %). Diese beiden Kopfschmerzformen machen 92 % der gesamten Kopfschmerzproblematik aus. Wie unterscheiden sie sich?

 

Migräne

      Dauer: kann stark variieren - von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen

      Auftreten: besonders in der Anfangsphase oft einseitig

      Qualität: pulsierend

      Intensität: mittel bis extrem hoch

      Schmerzstärke kann durch körperliche Anstrengung verstärkt werden

Weiters:

      Übelkeit und Erbrechen

      Unverträglichkeit von Licht und Lärm

Migräne "mit" und "ohne Aura": Unter "Aura" versteht man kurzzeitige Symptome neurologischer bzw. zentralnervöser Art, wie z. B. Sehstörungen (einseitige Gesichtsfeldausfälle, Flimmern, Zick-Zack-Bilder etc.), Sprachstörungen oder Empfindungsstörungen (Kribbelmissempfindungen). Diese Symptome gehen dem Anfall bis zu einer Stunde voraus und verschwinden dann wieder. Im Anschluss daran entwickelt sich der eigentliche Migräne-Kopfschmerz. Ca. 10 % aller MigränepatientInnen sind von dieser Art der Migräne betroffen (lesen Sie dazu ein Fallbeispiel auf der Seite "Erklärung").

 

Spannungskopfschmerz

      Erscheinungsbild: allmähliche Ausbreitung / keine Anfallsartigkeit des Schmerzes

      Dauer: 30 Minuten bis zu einer Woche - bis hin zu konstantem Schmerz

      Auftreten: meist beidseitig

      Qualität: drückend-pressend

      Intensität: eher gering bis mittelstark

      Schmerzstärke wird selten durch körperliche Aktivität verstärkt

Manchmal sind die Kriterien für Migräne und Spannungskopfschmerz erfüllt. Man spricht dann vom sogenannten "Kombinationskopfschmerz".

Insgesamt leiden 20 % der Frauen unter Migräne, bei den Männern sind es ca. 8 %.

 

Auslöser für Migräne

Sehr oft werden die "Auslöser" für Migräne mit der eigentlichen Ursache verwechselt. Ursache für Migräne sind Störungen im Zentralnervensystem und im Gehirn. Ausgelöst wird Migräne von äußeren Reizen und inneren Stressfaktoren.

Einige der häufigsten Auslöser sind:

      Hormonzyklus (Periode, Eisprung)

      Nahrungsmittel (Käse, Schokolade)

      Alkohol (z. B. Rotwein, Sekt)

      Wettereinflüsse (z. B. Föhn, Sturm)

      Lichtreize

      Geräusche (Lärm, Dröhnen)

      Bestimmte Gerüche (Teergeruch, Kaffee, Gewürze)

      Störungen im Wach-Schlaf-Rhythmus

      Belastende Ereignisse

      Stress

Migräneanfälle können sehr belastend und quälend sein. Sie können in unterschiedlicher Häufigkeit und Intensität auftreten. Nach Abklingen des Anfalls tritt die Symptomatik vollständig zurück und es kommt zu keinen krankhaften Veränderungen im Gehirn.