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Beispiel Herr M. Frau M. kam mit ihrem zehnjährigen Sohn A. in die Praxis, welcher vom Kinderarzt aufgrund nach-lassender Schulleistun-gen, Konzentrations- schwierigkeiten und gerin-ger Lernmotivation zur Psychotherapie überwie-sen wurde. Der Bub ist gut begabt. Ein Lese-Recht-schreibtest war durchge-führt worden, mit Hinwei-sen auf mittelgradige Rechtschreibdefizite, welche jedoch das Aus-maß der schulischen Schwierigkeiten nicht erklären konnten. Im Erstgespräch verhielt der Bub sich sehr zurückhal-tend, wirkte scheu bis misstrauisch und war sichtlich skeptisch. Er horchte auf, als die Thera-peutin sich auf ihre Tätig-keit in der Beratung von Lehrerinnen und Lehrern bezog. Vor allem interes-sierten ihn die Darlegun-gen über die Gründe, aufgrund welcher Lehrer Beratung in Anspruch nehmen. Der Bub bezeich-nete den Zeitdruck bei Klassenaufsätzen, Tests und Diktaten als sein größtes Problem. Bei schriftlichen Arbeiten geriet A. so offenbar so sehr unter Stress, dass es ihm ab jenem Zeitpunkt unmöglich war, die gestel-lte Aufgabe zu Ende zu führen. Unter Leistungs-anforderungen kam es zu deutlichen Fehlerhäu-fungen verschiedenster Art. Er litt auch darunter, viele Stunden seiner nachmittäglichen Freizeit dem Üben widmen zu müssen und benötigte lange Zeit zur Bewältigung seiner Hausaufgaben. Für seine sportlichen Interes-sen fand er seinem Ermessen nach viel zu wenig Zeit. |
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Barbara Nigitz-Arch |
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Was sind Lernstörungen?
Das wird Ihnen bekannt vorkommen ...
So mancher Leser mag aus persönlicher Erfahrung Vorstellungen davon haben, was mit dem Begriff "Lernstörungen" gemeint sein kann. Denn: vorübergehende Lernschwierigkeiten sind Bestandteil vieler Schülerkarrieren. So manchem ist die Klassenwiederholung, die "Ehrenrunde" noch in einträglicher Erinnerung. Oder die Sitzungen mit Nachhilfelehrern. Oder die Tatsache, sich erst dann "am Riemen gerissen" zu haben, wenn das Jahreszeugnis mit dem drohenden "Nicht Genügend" in greifbarer Nähe war. Abgesehen von den Sorgen und Ängsten vor Prüfungen, Schularbeiten, Zeugnissen oder Elternsprechtagen. Wir alle erfuhren alljährlich, wie es Mitschülern erging, denen es nicht gelang, Strategien zu entwickeln, mit den vielfältigen schulischen Anforderungen zu Rande zu kommen.
Vergegenwärtigen wir uns diese Erinnerungen, so wissen wir, dass es wohl zu einfach und ignorant wäre, all Jenen mangelnde Intelligenz zu unterstellen, welche in der Schule auf die eine oder andere Weise versagten.
Was aber - außer
Begabung und Intelligenz - macht einen erfolgreichen Schüler aus?
Was unterscheidet
den "guten" vom "schlechten" Schüler?
Was bringt begabte,
intelligente junge Menschen dazu, in der Schule zu scheitern?
Wo gibt es Hilfe
im Fall von Lernstörungen?
Was können Eltern,
was können Schüler selbst unternehmen, um die Entwicklung
von solcherart Problemen zu verändern, um in der Schule "auf Erfolg
umzuschwenken" ?
Was tun wir überhaupt,
wenn wir lernen?
Dies sind Fragen, mit welchen Sie sich an dieser Stelle auseinander setzen können.
Wissenswertes über Lernstörungen
Unter Lernstörungen versteht man "Minderleistungen beim absichtsvollen Lernen", welche sich darin äußern, dass durch den Unterricht zu erreichendes Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten
nicht in ausreichender
Qualität
nicht mit ausreichender
Sicherheit
nicht in der dafür
vorgesehenen Zeit erworben werden (Lauth, 1999).
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Lernstörungen haben unterschiedliche "Gesichter": Sie können
Schüler in anderen Fächern durchaus gute Ergebnisse erzielt), oder
Sie können
Sie können
Sie können trotz guter Begabung
Reifungskrisen, Neuorientierungen, Belastungen, neuen Anforderungen), und/oder
mangelndem Interesse, psychischer Probleme und/oder
Fertigkeiten auftreten.
Sie können trotz guter Begabung
schulischen Erfolge) auftreten, oder
auszeichnen, dass ein Schüler seine (zu erwartende) volle Begabung auf Dauer nicht ausschöpfen kann. |
Häufigkeit von Lernstörungen
Rund jeder zwanzigste Schüler entwickelt im Laufe seiner Schülerkarriere eine gravierende, allgemeine Lernstörung (Schulversagen, Schulabbrüche, fehlende Abschlüsse).