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Rosemarie Marmara-Sonsallla schreibt in ihrem Buch "Der Tag, der alles veränderte":

Eine Krankheit fragt nicht, wer Du bist, was Du hast, woher Du kommst, sie kommt und ist einfach da. Sie kommt bei Tag oder bei Nacht wie ein Dieb, der sich fremden Gutes bemächtigt, niemand ist gegen diese Willkür geschützt."

 

 

 

 

Institut

 

Bewältigung einer chronisch progredienten Erkrankung wie Multiple Sklerose

"Das einzig Sichere an einer chronisch fortschreitenden Erkrankung ist die Unsicherheit in die Zukunft"

Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, macht unser Schicksal aus

(Marie v. Ebner -Eschenbach)

 

Multiples Sklerose als Beispiel für eine progrediente neurologischen Erkrankung

Multiples Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des ZNS, neben der Epilepsie die häufigste neurologische Erkrankung junger Erwachsener.

Bei MS bilden sich Entzündungsherde im Myelin, wodurch dieses geschädigt wird. Das erschwert die Weiterleitung von Informationssignalen entlang der Nervenfaser, was letztendlich zu den bei MS beobachteten Symptomen führt. MS tritt häufiger bei Frauen als bei Männern (3:2) auf und kommt mit unterschiedlicher Häufigkeit in den einzelnen europäischen Ländern vor. Symptome können sein Sehstörungen, Störungen der Muskeltätigkeit, Sensibilitätsstörungen, Müdigkeit, nachlassende Leistungsfähigkeit, Blasenfunktionsstörungen, Auswirkungen auf die Sexualität, psychische Veränderungen und Schmerzen.

In ca. 80 % der Fälle verläuft die Krankheit in Schüben, in 10-20% ist sie von Beginn an chronisch-progredient. Die Konfrontation mit der Diagnose MS ruft bei den meisten Betroffenen einen Schock hervor. Das Ausmaß an Lebensqualität bei einer chronischen Erkrankung hängt entscheidend von der Anpassung an die veränderte Lebenssituation ab.

Für das mit MS Erkrankungen einhergehende erhöhte Depressionsrisiko wird auch die Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie (insbesondere mit Interferon-ß) aber auch die enorme Belastung durch Verluste verantwortlich gemacht.

Häufig diagnostizierte emotionale Störungen sind neben Depressionen, Angststörungen wie soziale Phobien, generalisierte Ängste, Panikstörungen und somatoforme Störungen.

Aus einer Studie (Steck et al, 99) über die psychosozialen Auswirkungen bei MS auf Familie und Kinder geht hervor, dass es nicht möglich sei, die Krankheit zu akzeptieren, sondern nur mit der Krankheit zu leben. Die Einstellung der Betroffenen wird stark durch die Qualität des jeweiligen Selbstgefühls, die Differenzierung des Selbstbildes und die von der Krankheit mitgestaltete Körperwahrnehmung geprägt.