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Wie wird eine Panikstörung behandelt?
Die verhaltenstherapeutische Behandlung von Panikattacken ist eine äußerst effektive und rasche Methode, um Panikattacken deutlich zu verringern bzw. völlig zu eliminieren. Auf dieser Seite erfahren Sie: Woran setzt die verhaltenstherapeutische Behandlung von Panikattacken an? Wie wird das Erleben während einer Panikattacke verändert und damit die Besserung erreicht? Wie sieht das konkrete Vorgehen in einer Verhaltenstherapie aus? Wie wirksam ist die verhaltenstherapeutische Behandlung von Panikattacken?
"Sicherheitsverhalten" und seine Funktion
Bei der Beschreibung von Panikattacken wurde dargestellt, dass Personen mit Panikstörung häufig versuchen, Situationen zu vermeiden, in denen das Aufsuchen eines "sicheren Ortes" schwierig oder peinlich wäre (Agoraphobie): Wenn ich Angst davor habe, in einem engen Lokal mit vielen Leuten einen dieser unerklärlichen Angstzustände zu bekommen, gehe ich am besten gar nicht mehr hin!
Beispiele für agoraphobisches Vermeidungsverhalten sind:
Vermeiden von Menschenmengen,
Geschäften, Konzerten, Märkten, etc.
Vermeiden von engen
Räumen (Aufzüge, geschlossene Räume)
Vermeiden von Autobahnen
und Tunnels
Vermeiden von einsamen
Orten (Berge, Wald etc.)
Ziel von Personen mit agoraphobischem Verhalten ist es, ihre Sicherheit aufrechtzuerhalten. Daher nennt man diese Verhaltensweisen auch "Sicherheitsverhalten". Zum Sicherheitsverhalten gehört aber nicht nur das Vermeiden von "gefährlichen" Situationen. Sicherheitsverhalten ist auch dann vorhanden, wenn Personen Dinge aktiv tun, um sich besser zu fühlen und einem möglichen Angstanfall vorzubeugen oder ihn unter Kontrolle zu halten.
Weitere Beispiele für aktives Sicherheitsverhalten sind etwa:
Ständiges Mitführen
von Medikamenten "für den Notfall"
Mitnehmen eines
Mobiltelefons, um Hilfe herbeirufen zu können
Ständige Anwesenheit
von Partnern oder Freunden
Fenster aufmachen,
um frische Luft zu bekommen
Kein Alkohohl, kein
Nikotin, kein Kaffee, um die körperliche Gesundheit nicht zu
beeinträchtigen
Nicht zuviel Anstrengung,
um das Herz nicht zu überlasten
Sich
hinlegen, um sich zu schonen
Ständige Anwesenheit
von Partnern oder Freunden
Sich ablenken und
beruhigen, damit die Angst nicht gefährlich stark wird u.v.m.
Das Sicherheitsverhalten ist damit ein zentraler Versuch einer Person, eine Panikattacke zu vermeiden bzw. unter Kontrolle zu halten und damit die befürchteten schlimmen Konsequenzen (Herzinfarkt, Verrückt-werden, Ersticken etc.) zu verhindern, die nach Meinung der Betroffenen eintreten könnten, wenn die Angst außer Kontrolle gerät!
Und tatsächlich stellen Personen mit Panikattacken immer wieder fest, dass sie durch ihr Sicherheitsverhalten Panikattacken kontrollieren und beenden können! Warum?
Im "Teufelskreis der Angst" wurde beschrieben, dass einer der wichtigsten Motoren in einer Panikattacke Gedanken sind, Gedanken etwa, dass starkes Herzklopfen ein Zeichen eines drohenden Herzinfarkts ist. Sicherheitsverhalten ermöglicht nun seinerseits Gedanken, die den Teufelskreis der Angst unterbrechen und beenden können.
z.B.
"Bevor das
Herzklopfen zu stark wird, nehme ich eine Tablette oder lege mich hin, um
mich
zu schonen, damit ich mich nicht überlaste."
"Ich habe mein
Handy immer dabei, damit ich jederzeit Hilfe rufen kann. Da fühle ich mich
gleich viel sicherer."
"Wenn mein
Partner da ist, kann mir nicht viel passieren."
Das Verhalten von Personen mit Panikattacken ist also absolut logisch und nachvollziehbar. Jeder, der sich in dieser Situation befindet, würde genauso denken und handeln. Auch das Sicherheitsverhalten ist sehr verständlich. Leider ist es genau dieses Sicherheitsverhalten, das dazu führt, dass die Störung aufrechterhalten wird bzw. sich möglicherweise sogar noch verschlechtert! Warum ist das so?
Die Angstverlaufskurve
Menschen mit Panikattacken befürchten, dass ihre Angstanfälle Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Katastrophe sind. Wenn sie eine Panikattacke bekommen und nichts dagegen unternehmen, könnte diese Panik immer stärker werden, bis schließlich vielleicht das Herz nicht mehr mitmacht oder man ohnmächtig wird. Oder massive Panik bleibt über lange Zeit bestehen, eine unerträgliche Vorstellung. Diese befürchteten Angstverläufe sind in der folgenden Abbildung rot dargestellt.
(nach Margraf & Schneider, 1996, S. 21)
Die Menschen, die eine Panikattacke erleben, wollen um jeden Preis verhindern, dass ihre Befürchtungen (die roten Linien) eintreten. Daher setzen sie ihr Sicherheitsverhalten ein, damit die Attacke nicht außer Kontrolle gerät.
Die gelbe Linie zeigt, wie die Angst verläuft, wenn man schnell ein Medikament nimmt, schnell ein Lokal oder ein Geschäft verlässt, oder das Fenster aufreißt, damit man frische Luft bekommt. Die Angst geht tatsächlich zurück! "Das ist gerade noch gutgegangen!" oder "Nochmals Glück gehabt!" sind Gedanken, die dann kommen können. Damit sagt mir mein Gefühl, dass mein Sicherheitsverhalten richtig war. Denn: was wäre möglicherweise passiert, wenn ich nicht rechtzeitig aus dem Supermarkt flüchten hätte können ... ?
Auf diese Weise lernen Menschen mit Panikattacken, dass man niemals auf sein Sicherheitsverhalten verzichten darf, weil sonst etwas Schlimmes passieren könnte. Genau diese Annahme ist aber ein zentrales Problem! Diese Menschen können wegen ihrem Sicherheitsverhalten nicht mehr feststellen, wie die Angst verlaufen würde, wenn sie die Kontrolle völlig aufgeben würden, wenn sie die Angst einfach zulassen und über sich ergehen lassen!
In diesem Fall würde die Angst so verlaufen, wie es die grüne Linie in der Abbildung darstellt. Wenn ich aufgebe, gegen die Angst zu kämpfen, sie nicht weiter zu unterdrücken versuche, sondern sie ohne Gegenwehr über mich ergehen lasse, ist dies zunächst relativ unangenehm. Die Angst steigt an, sie steigt allerdings in der Regel nicht so stark an, wie PatientInnen dies befürchten. Nach einer gewissen Zeit, die von Person zu Person zwischen wenigen Minuten und 1-2 Stunden (meistens 15-30 Minuten) variieren kann, geht die Angst zurück, ohne dass die Person in irgendeiner Weise dazu etwas getan hätte! Man nennt diesen Verlauf "Habituation" (Gewöhnung). Man gewöhnt sich an die Angst, man stellt fest, dass das Sicherheitsverhalten nicht notwendig ist, man merkt, dass die befürchteten Katastrophen nicht eintreten! Das Sicherheitsverhalten und die Habituation sind zentrale Ansatzpunkte in der verhaltenstherapeutischen Behandlung.
Was passiert in der Verhaltenstherapie von Panikattacken?
PatientInnen mit Panikstörung haben also gelernt, mit ihren Panikattacken umzugehen, indem sie "gefährliche Situationen" vermeiden und Sicherheitsverhalten einsetzen, um schlimme Konsequenzen zu verhindern. Dieses Sicherheitsverhalten verhindert die "Habituation", d.h. die Gewöhnung an die Angst. Damit können diese Personen nicht feststellen, dass die Angst von sich aus zurückgehen würde und die schlimmen Konsequenzen nicht eintreten. In der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Panikstörung geht es nun darum, diesen Ablauf Schritt für Schritt rückgängig zu machen und wieder zu "verlernen" und damit die Gewöhnung an die Angst zu erreichen! Dies geschieht durch mehrere Elemente:
Diagnostik durch
die/den TherapeutIn
Zunächst ist es natürlich wichtig zu klären, ob körperliche Ursachen für die Panikattacken (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Herzfehler) vom Arzt ausgeschlossen werden konnten. Ist dies der Fall, muss die/der VerhaltenstherapeutIn weiter klären, ob noch andere Problemfelder (z.B. depressive Stimmungen) vorhanden sind, die berücksichtigt werden müssen.
Vermittlung von
Informationen zu Panikattacken und Panikstörung
Der zweite Schritt in der Therapie ist die Vermittlung von Informationen zu Panikattacken, zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Störung, zur Funktion von Sicherheitsverhalten, der Angstverlaufskurve und zur Therapie. D.h. VerhaltenstherapeutInnen vermitteln ihren PatientInnen im wesentlichen die Informationen, die Sie bisher auf diesen Seiten gelesen haben!
Selbstbeobachtung
Bei jeder/m PatientIn laufen Panikattacken anders ab. Während eine Person vor allem Schwindel und Atemnot wahrnimmt und fürchtet, ist es bei einer anderen Person das Herzklopfen, die Hitzewallungen, oder das Gefühl der Taubheit in Körperteilen, die bedrohlich bewertet werden. Daher ist es im nächsten Schritt wichtig, in einem "Angst-Tagebuch" sich selbst zu beobachten und festzustellen, wie eine Panikattacken abläuft. In dem Tagebuch werden Gedanken, körperliche Symptome und Sicherheitsverhalten aufgezeichnet.
Schrittweise
Konfrontation mit angstauslösenden Situationen und gleichzeitiges
Unterlassen
von Sicherheitsverhalten
Der Kern der verhaltenstherapeutischen Behandlung ist schließlich das schrittweise Wiederannähern an gefürchtete Situationen, wobei gleichzeitig Sicherheitsverhalten unterlassen werden soll (d.h. eine Konfrontation). Damit können PatientInnen den Kreislauf von Angst und Sicherheitsverhalten unterbrechen und die Gewöhnung an die Angst erleben. In einer verhaltenstherapeutischen Paniktherapie ist es also notwendig, dass PatientInnen zwischen den Sitzungen gemeinsam vereinbarte Übungen und Aktivitäten durchführen. Diese Mitarbeit der PatientInnen ist unverzichtbarer Bestandteil für den Erfolg der Therapie! Dazu wird meistens eine sogenannte "Angst-Hierarchie" erstellt. Hier werden Situationen oder Orte zusammengestellt, die hinsichtlich ihrer Bedrohlichkeit gereiht werden.
Beispiel für eine Angst-Hierarchie einer Person mit starkem Vermeidungsverhalten bei Angst vor Ersticken:
| Angst | Beschreibung der Situation |
| 40% | Kurze Strecken mit dem Auto fahren (mit Medikamenten) |
| 50% | Einkauf in einem kleinen Laden (Medikamente dabei) |
| 60% | Einkauf in einem großen Supermarkt (Medikamente dabei) |
| 70% | Allein im Wald spazieren gehen (ohne Medikamente und Handy) |
| 80% | längere Strecken Autofahren (ohne Medikamente) |
| 90% | größere Einkäufe ohne Medikamente |
| 100% | geschlossene und dunkle Räume mit schlechter Luft ohne Medikamente, aus denen Flucht schwierig oder peinlich wäre (z.B. kleine Lokale mit vielen Menschen, Kinos, Konzerte mit vielen Menschen) |
Wenn sich ein/e PatientIn nun entschieden hat, die Konfrontation mit den angstauslösenden Situationen zu wagen, wählt sie als ersten Schritt eine Situation aus, die zwar etwas Angst auslöst, aber noch gut bewältigbar erscheint. Denn das Wichtigste im therapeutischen Vorgehen ist das Erleben eines Erfolgs! Wurde die Situation wiederholt gemeistert und hat die/der PatientIn erlebt, dass die Angst wieder zurückgeht, obwohl sie nicht aus der Situation geflüchtet ist, wählt sie die nächste Situation in der Angst-Hierarchie und wiederholt die Übung. So arbeiten sich PatientIn und TherapeutIn dem Tempo der Person entsprechend Schritt für Schritt durch die Angst-Hierarchie. Wenn man bereits einige Erfolgserlebnisse hinter sich hat, werden nun auch die schwierigen Übungen in den Augen des/der PatientIn immer weniger bedrohlich!
Umbewerten der
bedrohlichen körperlichen Anzeichen ("kognitive Techniken")
Konfrontationsübungen sind das wirksamste Mittel einer verhaltenstherapeutischen Angstbehandlung. Gleichzeitig ist es oft sinnvoll und notwendig, die negativen und bedrohlichen Gedanken einer Person (z.B. "Das Gefühl der Unwirklichkeit muss bedeuten, dass ich verrückt werde!" etc.) einer genauen und kritischen Überprüfung zu unterziehen. Das Ziel hinter diesen sog. "kognitiven" oder gedanklichen Techniken ist eine gedankliche Umbewertung von an sich ungefährlichen, bedrohlichen körperlichen Anzeichen bei einer Panikattacke, die der betroffenen Person bei der Bewältigung ihrer Angstanfälle helfen kann.
Das zentrale Ziel von Konfrontationsübungen und gedanklicher Umbewertung ist das Bewältigen der Angst in gefürchteten Situationen. Durch Konfrontation können schlimmste Befürchtungen kritisch überprüft werden (Werde ich einen Herzinfarkt bekommen oder habe ich "bloß" eine Panikattacke?). Die Konfrontationsübungen verändern belastende Überzeugungen!
Wirksamkeit der Verhaltenstherapie bei Panikstörung
Verhaltenstherapie wurde in vielen wissenschaftlichen Studien überprüft und hat sich als sehr effektiv in der Behandlung von Panikattacken und Angststörungen erwiesen. Die Wirksamkeit hat sich in vielen Untersuchungen als genauso gut wie die von Medikamenten gezeigt. Ein wichtiger Vorteil der Verhaltenstherapie ist das Andauern des Erfolgs. Während Medikamente nicht mehr helfen können, wenn sie abgesetzt werden, führen die Erfahrungen und die Fertigkeiten, die in einer Therapie erworben werden, zu nachhaltigen und andauernden Veränderungen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit (d.h. keine Panikattacken mehr oder wenigstens eine deutliche Reduktion der Attacken) bei einer "reinen" Panikstörung liegt bei ca. 80%. Es gibt allerdings keine Erfolgsgarantie.
Die Dauer einer Verhaltenstherapie beträgt bei einer "reinen" Panikstörung (d.h. keine weiteren Probleme wie z.B. Depressionen) um die 12-15 wöchentliche Sitzungen.
INHALT
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Beispiel für Sicherheitsverhalten bei Frau T. Frau T. leidet seit ca. 3 Jahren an wiederholten Phasen von Panikattacken mit Angst vor Ohnmacht und Ersticken. Hitze und schlechte Luft sind genauso Auslösesituationen für Panikattacken wie enge Räume, in denen Flucht nur schwer möglich ist. In diesen Situationen erlebt Frau T. Beklemmungsgefühle in der Brust, Atemnot, Schwindel und Unwirklichkeitsgefühle. Eine körperliche Ursache für die Angstzustände konnte durch medizinische Untersuchungen ausgeschlossen werden. Um die Gefahr möglichst gering zu halten, dass einer der "Erstickungs-anfälle" tatsächlich schlimme Auswirkungen haben könnte, vermeidet Frau T. zunächst jene Reihe von Situationen, die Panikattacken auslösen: enge, geschlossen, heiße Räume. Aus diesem Grund hat sie etwa aufgegeben, längere Strecken mit dem Auto zu fahren. Tritt während des seltenen Autofahrens eine Panikattacke auf, öffnet Frau T. das Fenster und versucht, möglichst rasch frische Luft einzuatmen. In diesen Phasen starker Angst kann sie auch kein Halstuch oder andere, den Hals bedeckenden Kleidungsstücke aushalten. Sie kontrolliert entsprechend häufig ihre Atmung und legt sich dabei die Hand auf den Brustkorb. Wenn es die Situation zulässt, unterbricht Frau T. ihre aktuellen Tätigkeiten und geht ins Freie, um sich dort zu beruhigen. Ein Glas Wasser zu trinken, ist für sie ebenfalls eine wirksame Möglichkeit, sich zu beruhigen und die Angst zu reduzieren. In engen, geschlossenen Räumen tritt in der Regel bereits beim Eintreten deutlich wahrnehmbare Angst auf. Ist es Frau T. nicht möglich, diese Situationen zu vermeiden, versucht sie, maximale Sicherheit herzustellen, indem sie zunächst die "Fluchtwege", die Ausgänge identifiziert, die ihr ein schnelles Verlassen ermöglichen. Wenn möglich, setzt sich Frau T. in geschlossenen Räumen in die Nähe der Tür oder in die Nähe der Toilettentür (in Lokalen). Genauso versucht sie bei größeren Gruppen an Tischen einen Platz am Rand einzunehmen, um nötigenfalls flüchten zu können, wenn die Angst zu stark wird. Selbstverständlich hat sie hier neben ihren Medikamenten auch "Notfalltropfen" immer dabei. Frau T. hat schließlich festgestellt, dass die Angst deutlich zurückgeht oder sich ganz auflöst, wenn sie etzwas Bier trinkt. Dabei ist häufig bereits der erste Schluck sehr entlastend, obwohl eine Wirkung des Alkohols noch denkbar unwahrscheinlich ist. |
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Beispiel für eine Konfrontationstherapie bei Frau T. Frau T. wurde von ihrem behandelnden Psychiater überwiesen. Neben einer medikamentösen Behandlung wurde ihr empfohlen, eine verhaltenstherapeutische Angstbehandlung zu beginnen. In einem Informationsgespräch, in dem Frau T. die Grundzüge der Verhaltenstherapie bei Panikstörung vermittelt werden, soll die Patientin auch die Gelegenheit bekommen, den Therapeuten unverbindlich kennen zu lernen. Es ist für eine Psychotherapie besonders wichtig, dass PatientInnen sich bei der betreuenden Person wohl fühlen und Vertrauen haben. Die "Chemie" soll stimmen. In der ersten Phase der Therapie versuchen Frau T. und der Therapeut zunächst, eine möglichst genaue Beschreibung der Panikattacken, aber auch fallweise möglicher weiterer Probleme (wie etwa Depressionen, Alkoholismus) abzuklären. Da Panikattacken von Person zu Person unterschiedlich verlaufen, wird Frau T. gebeten, über 1-2 Wochen hinweg eine genaues Protokoll ihrer Angstanfälle zu führen und hier vor allem auf erste körperliche Zeichen, Gedanken/Bilder und Sicherheitsverhalten zu achten und diese Aspekte aufzuzeichnen. In einem zweiten Schritt erarbeiten Frau T. und der Therapeut anhand ihrer Aufzeichnungen den typischen Verlauf ihre Angstanfälle. Der Therapeut schildert ausführlich die Entstehungsbedingungen von Panikattacken, den Teufelskreis der Angst und das daraus abgeleitete Vorgehen für die Therapie. Um die Angst wieder zu verlernen, ist es notwendig, sich mit angstauslösenden Situationen zu konfrontieren. In einem weiteren Schritt planen Frau T. und der Therapeut Konfrontationsübungen, die hinsichtlich ihres Schwierigkeitsgrades systematisch gesteigert werden können. Dabei soll gleichzeitig darauf geachtet werden, dass Frau T. ihr Sicherheitsverhalten nicht einsetzt. Entweder in Beisein des Therapeuten bzw. von Begleitpersonen oder aber allein versucht Frau T. nun schrittweise, sich mit angstauslösenden Situationen zu konfrontieren (z.B. längere Strecken Auto fahren). Der Therapeut unterstützt Frau T., dass sie sich keine unrealistisch schweren Ziele setzt und sich nicht überfordert. Das Wichtigste ist ein Gefühl des Erfolgs bei einer Konfrontationsübung. Die Hierarchie belastender Situationen wird schließlich schrittweise in Konfrontationsübungen abgearbeitet. Dabei werden Übungen auf einem bestimmten Schwierigkeitsgrad so lange wiederholt, bis dort praktisch keine Angst mehr auftaucht. Erst dann schreiten die beiden in der Hierarchie voran. Frau T. bestimmt das Tempo. Wenn sie mit bestimmten Übungen nicht zu Rande kommt, überlegt sie mit dem Therapeuten einen möglichen Zwischenschritt. |