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Wie entstehen soziale Ängste?
Das Verständnis der sozialen Phobie (vor allem der spezifischen Sozialphobie) als Beurteilungsangst weist auf die Notwendigkeit kognitiver Analysen und Interventionsstrategien hin. Eine generalisierte Sozialphobie geht oft mit einer fundamentalen Selbstunsicherheit sowie mit erheblichen sozialen Defiziten einher, sodass diese im Einzelnen herauszuarbeiten und zu verändern sind.
Menschen mit einer sozialen Angststörung befinden sich in einem oft unlösbaren Dilemma: sie möchten ständig einen guten Eindruck machen und bezweifeln gleichzeitig ihre Fähigkeit, dies zu erreichen.
Sozialphobiker haben im Umgang mit anderen Menschen eine anhaltend erhöhte Selbstaufmerksamkeit. Sie beschäftigen sich in sozialen Situationen ständig mit sich selbst und beeinträchtigen dadurch ihr soziales Verhalten. Sie schauen sich aus Angst und Unsicherheit in ähnlicher Weise ständig zu wie unsichere Sportler, die dadurch noch verkrampfter werden. Die ständige Selbstbeobachtung und Reflexion in der Handlungsphase beeinträchtigt die Spontaneität, sodass sich die Betroffenen dauernd als angespannt erleben.
Aus Angst vor Misserfolg in sozialen Situationen sowie aus Angst vor daraus resultierender sozialer Kritik werden potentielle "Gefahren" übermäßig beachtet und dadurch überbewertet. Die übermäßige Empfindlichkeit gegenüber den eigenen körperlichen Reaktionen (Hitzegefühl, Erröten, Schwitzen, Herzklopfen, belegte Stimme, Zittern) verstärkt den Prozess der erhöhten Selbstbeobachtung.
Abnehmendes Selbstvertrauen und verzerrte Selbstbewertung tragen dazu bei, dass es schließlich zu einem phobischen Vermeidungsverhalten kommt, das kurzfristig die Angst reduziert, langfristig jedoch aufrechterhält durch fehlende andersartige Erfahrungen. Durch ihren sozialen Rückzug verhindern Menschen mit unzureichender sozialer Kompetenz, wie sie oft bei einer generalisierten Sozialphobie vorkommt, gerade jene Lernerfahrungen, die ihnen für zukünftige soziale Situationen mehr Selbstsicherheit vermitteln würden.
Es entwickelt sich ein Teufelskreis: die Angst vor sozialen Misserfolgen und kritischen Urteilen führt zu einem verkrampften Bemühen um Fehlervermeidung, Unauffälligkeit und positiver Selbstdarstellung und infolgedessen zu erhöhter Aufmerksamkeit auf das eigene Tun, unbedingt alles richtig zu machen. Die Konzentration auf die eigene Person und deren Wirkung auf andere sowie die Art der Aufmerksamkeitszuwendung auf die Interaktionspartner ("Was sehen die anderen an mir?") beeinträchtigen das spontane Verhalten und die Zuwendung zum Interaktionspartner und dessen Äußerungen, was subjektiv als Konzentrationsstörung oder gar als Merkfähigkeitsstörung erlebt werden kann. Die damit einhergehende Gefahr der Auffälligkeit wird durch "Zusammenreißen" zu überspielen versucht, sodass eine entspannte Kommunikation und Interaktion unmöglich ist.
Sozialphobiker haben angstverstärkende Denkmuster:
ungünstige Überzeugungen
zur eigenen Person ("Ich bin langweilig"),
falsche Überzeugungen
zur sozialen Bewertung ("Wenn sie mich näher kennen
würden, würden sie mich ablehnen"),
überhöhte Maßstäbe
für das Sozialverhalten ("Ich darf niemals meine Angst zeigen").
Negative Erwartungen bewirken eine erhöhte Selbstaufmerksamkeit, Selbstbeobachtung und Selbstbewertung (einseitige Konzentration auf mögliche Fehler, Versagen, Blamagen und Peinlichkeiten im Verhalten). Sozialphobiker schließen aufgrund ihrer Angstgefühle oder körperlichen Erregung oft auf eine negative Verhaltensbewertung durch andere ("Die anderen sehen in meiner Aufregung meine Schwäche"). Die Betroffenen erleben sich wie ein "gläserner Mensch" (total durchsichtig) und glauben, was Sie spüren, würden die anderen auch immer sehen können.
Die körperlichen Angstsymptome werden als Beweis für die negative Beurteilung vonseiten der Umwelt interpretiert, was den Teufelskreis bis zu situativen Panikattacken aufschaukeln kann. Bestimmte Sicherheitsverhaltensweisen sollen in unvermeidbaren Situationen die Ängste und erwarteten negativen Bewertungen vermindern (z.B. ständiges Reden).
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Studien haben folgende Erkenntnisse über Sozialphobiker erbracht: auf und erwarten negative Bewertungen von anderen.
als auf die Reaktion anderer.
Kontrollgruppen, dass ihre Eltern Sozialkontakte mit anderen Familien weniger unterstützten, sie von neuen sozialen Erfahrungen eher abhielten, übermäßigen Wert auf die Meinung anderer legten und eher Scham als Disziplinierungsmethode einsetzten.
Wahrscheinlichkeit eines negativen Ereignisses und unterschätzen die Wahrscheinlichkeit eines positiven Ausgangs.
interne Faktoren (auf sich selbst und die eigenen Unzulänglichkeiten) zurück, ein positives Ergebnis dagegen eher auf externe Faktoren (Glück, Schicksal oder wohlwollendes Verhalten anderer). Da auch Depressive ähnlich denken, wurde das Merkmal Depression kontrolliert, dennoch blieb der erwähnte Sachverhalt bestehen.
verstärkte physiologische Erregung mit entsprechenden Symptomen, die möglicherweise für andere sichtbar sind (z.B. Erröten, Schwitzen, Zittern).
körperlichen Symptome von der Umwelt wahrgenommen werden ("Sie sehen, was ich spüre").
bedrohliche Reize in übermäßiger Weise, was zu einer Leistungsbeeinträchtigung führt. Dies erklärt auch die Leistungsminderung bei Prüfungsangst.
Gesprächsinhalt einer Unterhaltung mit einem Versuchsleiter auf als nicht ängstliche Menschen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine Merkfähigkeitsstörung, sondern um eine angstbedingte Aufmerksamkeitsstörung. Bei unzureichender Aufmerksamkeit gegenüber Umweltreizen entsteht sekundär das Gefühl einer Merkfähigkeitsstörung.
Kompensation der vermeintlichen oder tatsächlichen Unzulänglichkeiten. |
Die Entwicklung eines individuellen Erklärungsmodells ist die optimale Voraussetzung für anhaltende Veränderungen. Sozialphobiker können anhand des folgenden Erklärungsmodells sozialer Ängste sehr rasch verstehen, auf welchen Ebenen sie ihre negativen Denk- und Verhaltensmuster unterbrechen müssen. Insgesamt sind sieben Aspekte bzw. Analysebenen zu berücksichtigen:
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